Holland im Nebel
Den Helder ist eine kleine Perle. Zwar wirkt die lange Einfahrt zunächst abschreckend, aber wenn man es nach Borkum reingeschafft hat, ist es hier ein Kinderspiel. Der Hafen bietet genau was Blauwassersegler*innen brauchen. Er ist billig und alles, sogar Waschmaschine und Trockner, sind im Preis inklusive. Wir nutzen alles ausgiebig um Pegasus aufzuklarieren. Und auch das Städtchen selbst ist einen Ausflug wert. Noch am ersten Abend laufen wir die anderthalb Kilometer rüber. Das Hafengebiet und die Altstadt mit ihren Grachten ergeben das typische romantische Bild von Holland als Land am Wasser. Man spürt schon erste Amsterdam-Schwingungen, denn auch an Coffeeshops mangelt es hier nicht.
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| Im weißen Nichts |
Der Freitag bringt starken Nebel mit sich und Weitersegeln wird unmöglich. Er ist so dicht, man sieht nicht einmal mehr die andere Seite des Hafenbeckens. Ein dicker, Licht und Schall schluckender Vorhang. Nur die Heulboje vor der Hafeneinfahrt weist den Rest der Welt noch auf unsere Existenz inmitten des weißen Nichts hin. Wir kehren der See für ein paar Stunden den Rücken und genießen den Tag in Den Helder. Kein Hollandbesuch ohne Pommes und Stropwaffeln. Wir müssen schließlich wieder zu Kräften kommen. Der Weg hierher hat an unseren Reserven gezehrt. Wir verbringen zwei volle Tage hier, mit kaum etwas anderem als Essen und schlafen.
Etwas liegt uns im Magen und lässt uns zögern wieder in See zu stechen. Die letzten Etappen waren anstrengend gewesen und lassen den nächsten 24 Stunden Schlag wenig verlockend erscheinen. Das Dilemma bleibt. Es ist schwer die Balance zu halten. Einerseits wollen wir zügig weiterkommen, andererseits dürfen wir unsere Kräfte nicht überstrapazieren, denn es liegen noch viele Meilen vor uns. Um die Segelmoral irgendwie hochzuhalten, können wir nicht unablässig unsere gesamt Kraft in jede Etappe stecken. Wir brauchen ein paar Erfolgserlebnisse. Leichte Segeltage, auch wenn sie uns nur ein paar Meilen weiterbringen. Wir warten bis Sonntagmorgen. Wir warten bis wir satt und ausgeruht sind und bis sich ein sonniges Wetterfenster öffnet. Wir planen nur 36 Meilen die Küste runterzusegeln. Nicht weiter als bis Ijmuiden. Da kann doch wirklich nichts schief gehen.



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