PJ/1 Pegasus Journal, 1. Eintrag
Wir haben am Donnerstag, den 16. Oktober um 1000h die Leinen in Büdelsdorf losgeworden. Der Generalkurs soll uns nach Süden bringen, in warme Gefilde. Am Vorabend haben wir Wasser und Diesel gebunkert, sodass wir mit dem geladenen Proviant eine Weile ohne Versorgung auskommen werden.
Die Stimmung an Bord ist gut, wenngleich auch angespannt. Intensive Wochen und Monate der Vorbereitung ohne jede Pause stecken uns in den Knochen und wir sind voll Hoffnung, dass sich die endlosen Arbeiten auszahlen werden.
Wir passieren den Kanal, diese deutsch Autobahn unter den Wasserstraßen. Das neue Getriebe hält was es verspricht und treibt Pegasus mit sechs Knoten Richtung Brunsbüttel. Zwanzig Kilometer vor den Schleusen meldet sich jedoch eine Stimme in uns. Wir wollen die Nacht nicht in Brunsbüttel verbringen. Wahrscheinlich will und wollte das noch nie irgendwer. Wir werfen bei Dückerswisch den Anker. Ruhe stellt sich zum ersten Mal seit Monaten an diesem Abend ein.
Auch am nächsten Tag drängt uns nichts in Richtung der Schleusen. Das Wetter in der Elbmündung wartet mit Wind gegen Strom auf: Der Schrecken aller Küstensegler. Arbeit gibt es immer an Bord eines Bootes und die kann überall erledigt werden. Also machen wir Pegasus vor Anker weiter Seeklar. Die Genauschlitten müssen getauscht werden aber die neuen passen nicht auf die Schienen. Mit Gewalt versuchen wir es stundenlang bis sie als deformierter Klumpen Aluminium auf Position sitzen. Doch sie lassen sich nicht arretieren auf unserer alten Schiene. Die alten Schlitten müssen also zunächst ausreichen. Gleichmut ist eine Tugend die mir schwerfällt.
Am Samstag morgen heben unseren Anker aus dem schwarzen Schlick des NOKs und ziehen Richtung Brunsbüttel.
Der Morgennebel, der der eiskalten Nacht gefolgt ist wird schnell von der Sonne geschmolzen. Der Himmel ist stechend klar als wir die Brücke von Hochdonn passieren. Der Verkehr im Vorhafen ist nach den zwei Nächten vor Anker erschütternd. Fähren von jeder Seite, Tanker und Frachter aller Art kreuzen zwischen den unzähligen Industrieanlagen die ebenso hässlich wie unabdingbar für unseren gewohnten Wohlstand sind. Wie ein winziges Insekt kriechen wir zwischen diesen Giganten hindurch. Unbemerkt, unbeachtet. Nur die Aufdringlichkeit unseres Ukw-Funkgeräts erzwingt uns einen Platz in der Schleuse. Es ist 1315 als sich die Tore wieder öffnen und uns in die Elbmündung ausspucken.







Möge euch Poseidon wohlgesonnen sein, Jenny und Christian!
AntwortenLöschenDie Winde sollen euch sanft tragen, die Wellen euch führen,
und die Sonne euch den Weg vergolden.
Euer Segel sei stark, euer Kompass treu,
und euer Herz stets im Einklang mit dem Meer.
Gute Reise, ihr Seefahrer – auf neuen Kursen,
voll Freiheit, Abenteuer und salziger Brise! ⚓️🌅
Hoffe das Wettrr wird bald besser und ihr könnt euren Weg sicher fortsetzen 😘
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